Entspannung – Anspannung: Die Basis unseres Nervensystems und Körpers

Wir leben in einer Welt voller Entspannungsangeboten: Massagen, Sauna, Yoga, Qi Gong um nur einige zu nennen. Anstatt einfach zu entspannen, müssen wir etwas tun, um zu entspannen. Ist das wirklich so?

Entspannung in unserem Nervensystem – vereinfacht dargestellt

Im menschlichen Nervensystem werden zwei sich ergänzende Partner unterschieden: der Sympathikus und der Parasympathikus.

Der Sympathikus ist für das aktive Überleben zuständig. Nahrungssuche, Flucht und Kampf werden über Adrenalin und andere Botenstoffe sichergestellt. Stell dir vor, du bist nachts alleine unterwegs. Du hörst Geräusche und vermutest einen anderen Menschen, der dir Böses will. Ohne das du dazu etwas tun musst, wird der Sympathikus aktiviert und sorgt dafür, dass Adrenalin ausgeschüttet wird. Damit bist du stärker im Kampf oder kannst schneller weglaufen. Der Sympathikus wird als „Kampf- und Fluchtnerv“ bezeichnet.

Ist das Überleben für den Moment gewährleistet, regiert der Parasympathikus. Du kommst zur Ruhe, erholst dich und regenerierst. Der Parasympathikus ist zuständig für Heilung, Regeneration und das Wiederauffüllen verbrauchter Energien. Bei echten Heilungsprozessen bist du dabei ggf. extrem müde, schlapp und antriebslos. In diesem Zustand kannst du auch wahrnehmen, was wirklich wichtig für dich und dein Leben im jetzigen Moment ist.

Anspannung – charakteristisch für unser heutiges Leben?

Vieles in der heutigen Zeit ist geprägt durch Leistung. Die Diskussionen rund um Leistungsgesellschaft auf der einen und Burn Out auf der anderen Seite sprechen für sich. Ich möchte einige Beispiele aus meinem Leben bringen, damit du erkennst in welchen vielleicht nicht gleich ersichtlichen Bereichen sich der Leistungsgedanke äußern kann:

  • als mein Sohn noch ein Baby war ging es bei Treffen mit Freunden und Bekannten häufig darum, was er und die Kinder der anderen denn schon können. Wann sollte ein Kind sein Kopf alleine hoch halten können? Ab wann sollte sich ein Kind alleine drehen können? Wann sollte ein Kind laufen können? Entspanntes Eltern-sein ist heute echt schwierig 🙂
  • aus meiner eigenen Kindheit kenne ich den selbstgemachten Druck beim Thema Schule: meine älteren Brüder gingen zum Gymnasium, also wollte ich das auch! Spätestens in der fünften Klasse der damaligen Orientierungsstufe ging es für mich darum, Leistung zu zeigen, um in Mathe und Englisch in den Fortgeschrittenen-Kurs zu kommen. Das war Voraussetzung für die Empfehlung der Schulform Gymnasium nach der sechsten Klasse. Freude am Lernen hätte anders ausgesehen!
  • wann „habe“ ich die erste Freundin? Da ich in unserem Freundeskreis damals nicht zu den ersten gehörte, hat mich dieses Thema ziemlich angespannt. Ich wollte nicht der letzte sein. Als ob ich „verliebt sein“ beeinflussen könnte…
  • als ich als Heranwachsender im Fitness-Studio angefangen habe zu trainieren, hat ein Trainer mit mir einen Trainingsplan ausgearbeitet. Und den habe ich anschließend mechanisch abgespult, um nach und nach „Fortschritte“ zu sehen.
  • außerdem hatte ich die Vorstellung, dass Macht, Einkommen, Prestige und Vermögen anzustrebende Güter seien, deren Verteilung innerhalb der Gesellschaft von der Leistung eines Menschen abhängt.

Anspannung – Individuell und beeinflussbar

Wenn du das liest, wirst du vielleicht Parallelen, aber sicherlich auch Unterschiede zu dir erkennen. Welche Themen lösen bei dir Anspannung aus?

Die meisten Themen sind individuell und basieren auf unserem Weltbild. Dieses Weltbild beschreibt jeder für sich – wenn auch unbewusst – durch Glaubenssätze.

Wenn du erkennen möchtest, welchen Einfluß deine Glaubenssätze auf dein Leben haben, und wie du durch reine Wahrnehmung deiner Glaubenssätze schon deine Lebensqualität steigerst, dann registriere dich hier und du bekommst sofort eine Anleitung in dein Postfach.

 

 

Die Balance macht den Unterschied

Die Balance zwischen Sympathikus und Parasympathikus ist entscheidend für uns. Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit stehen in engem Zusammenhang. Im nachfolgenden Bild ist die Balance zwischen Sympathikus und Parasympathikus nur ganz links dargestellt.

Im zeitlichen Verlauf nach rechts dargestellt findet immer weniger wirkliche Entspannung im Sinne des Nervensystems statt. Ein wesentlicher Grund dafür sind unsere Glaubenssätze und unser daraus bestehendes Glaubenssystem. Wir denken, wir müssen. Wir denken wir… So erklärt sich bspw. die laufende Nase oder der Husten, wenn du Weihnachten Urlaub hast. Oder die Sommergrippe, die dich pünktlich zu deinem Urlaub begrüßt. Wir müssen dann bestimmte Dinge nicht mehr und die eintretende Aktivierung des Parasympathikus zwingt dich zu einer Pause, in der sich dein Körper erholen kann.

Das Verständnis von Sympathikus und Parasympathikus ist nach meiner Erfahrung das wichtigste Wissen eines jeden Menschen. Ohne Witz. Sehr einfach und gleichzeitig sehr ergiebig. Wie schon beschrieben, haben wir zwar keinen direkten Einfluß, ob wir gerade sympathisch oder parasympathisch durch den Tag gehen. Wir können aber Entspannung anbahnen. Und genau darum geht es auf diesen Seiten und all meinen Angeboten.

2018-01-10T07:59:03+00:00

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