Die Lösung Deiner zwischenmenschlichen Konflikte

Streit mit dem Nachbarn, Partnerschaftsprobleme, nervende Kinder oder Chefs mit unliebsamen Aufgaben sind Dir vielleicht bekannt. Konflikte wie diese gehören zum Leben. Sie helfen Dir, Dich weiterzuentwickeln. Die Lösung liegt dabei in Dir selbst. Wenn Du das erkannt hast, können Konflikte richtig Freude bereiten.

Kinder verstellen sich nicht – Erwachsene schon

Es ist immer wieder grandios, wenn ich meinen Sohn und einem seiner Freunde zuhöre. Wenn einer keine Lust mehr zum Spielen hat, drückt er das unmissverständlich aus oder schickt den anderen aus dem Zimmer oder nach Hause. Die ersten Male war ich ein wenig erschrocken. Warum eigentlich?

„Das macht man nicht!“ Wie oft hast Du diesen und ähnliche Sprüche schon in Deinem Leben gehört? Bewirkt haben sie vor allem Eines: Du verstellst Dich. Und das, weil Du glaubst ehrlich zu sein wäre unhöflich. Viel wichtiger noch: Du glaubst, Dein Gegenüber würde Dich dann weniger mögen. Denn hier wird der Eigennutz Deines Verstellens deutlich. Dieses als Dein Handlungsmotiv zu erkennen und Dir bewusst zu machen ist schon der erste Schritt zu Deinem entspannten Kommunikationsverhalten.

Anspannung durch Verstellen

Im Laufe unseres Lebens haben wir häufig mehrfach erfahren, dass ehrlich und offen zu sein negative Konsequenzen für uns selbst hat. Wir meinen, vielleicht deswegen ausgeschlossen oder „bestraft“ worden zu sein.

Wenn wir uns verstellen sind wir aber im Stress und leben gegen unsere Natur. Unser Nervensystem ist unter Spannung. Die Situation spitzt sich zu, denn wir nehmen nicht mehr wahr, was gut für uns ist. (Das erkläre ich ausführlich hier.)

Schritt für Schritt zu mehr Offenheit

Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung und Konditionierung ist wirkliche Offenheit anfangs schwierig und ungewohnt. Aber der Weg lohnt sich.

Hierzu ein banales Beispiel: Dein Nachbar bittet Dich, Dein Auto etwas weiter von der Grenze entfernt zu parken. Du möchtest das nicht, möchtest ihm aber noch weniger vor den Kopf stoßen. Um des Frieden Willens 😉

Wenn Dir das Verstellen in Gesprächen bewusst wird, sind folgende Optionen möglich:

  • Du willigst ein und bist jedes mal genervt und angespannt, wenn Du dein Auto parkst. Vielleicht nimmst Du die Anspannung nicht wahr. Das kommt darauf an, wie angespannt Du sonst im Alltag bist.
  • Du willigst ein und einige Minuten oder Stunden später bemerkst Du, dass das gar nicht das ist, was Du wirklich möchtest.
  • Du willigst ein und beim Aussprechen spürst Du, dass das nicht das ist, was Du wirklich möchtest. Du belässt es trotzdem bei der Zusage.
  • Du spürst, dass Du lieber ablehnen möchtest. Willigst aber doch ein. Einige Stunden oder Tage später sprichst Du das Thema ggf. noch einmal an und stehst zu Deiner Meinung.
  • Du spürst, dass Du ablehnen möchtest. Und lehnst – vielleicht etwas vorsichtig und unsicher – ab.
  • Du lehnst ab.

Weiterentwicklung statt Zielerreichung

Mensch-sein als spirituelles Lebewesen bedeutet sich ständig weiterzuentwickeln. Die deutsche Sprache ist präzise: Weiter-ent-wicklung. Also heraus aus früh gelernten Mustern, die nicht mehr zu Dir passen. Und da sind wir bei dem wirklichen Wesen von Konflikten und Unstimmigkeiten angekommen. Sie helfen Dir Dich zu reiben und Stück für Stück zu lernen, Du selbst zu sein. Wirkliches Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl kommt von Innen.

In konfliktbeladenen Gesprächen und Situationen hilft es also das eigene Handlungsmotiv zu hinterfragen und den eigenen Standpunkt wahrzunehmen. Taste Dich anschließend beim Vertreten Deines Standpunktes langsam heran. Dann gewinnst Du Vertrauen, dass es sehr befreiend für Dich und auch für deine Mitmenschen in Ordnung ist.