Leistungsdruck: Woher kommt er und wie kannst Du ihn lösen?

In Zeiten von Burnout, Depressionen und Leistungsgesellschaft ermöglicht die Wirklichkeit hinter dem Begriff Leistungsdruck ungeahnte Perspektiven. Der Druck kommt nicht von Außen, sondern ist selbst gemacht. Wieso und wie nur Du Deinen Druck entspannen kannst, beschreibe ich hier. Die Erkenntnisse können auch sehr positiven Einfluss auf die Beziehung zu Deinen Kindern haben.

Was ist Leistungsdruck?

Im Duden wird Leistungsdruck als „psychischer Druck durch Zwang zu hoher Leistung“ definiert. Wie hier der „Zwang“ wird auch in anderen Wörterbüchern von „Anforderungen“ o.ä., also etwas von Außen kommendem, gesprochen. Der beschriebene Druck von Außen entspricht aber nicht der Wirklichkeit. Ich kann gehen, wenn ich nicht mehr möchte. Egal, ob im Job, beim Kunden, in der Partnerschaft oder anderswo. Hört sich einfach an. Ist es aber nicht. Denn der Zwang kommt von Innen.

Wer zwingt Dich etwas zu tun?

Um den Mechanismus des Zwangs zu Leistung zu verstehen, betrachten wir gedanklich ein kleines Kind. Für Kinder ist die Unterstützung durch die Eltern (oder andere enge Bezugsmenschen) lebensnotwendig, denn sie können sich nicht selbst versorgen. Irgendwann zwischen Zeugung und den ersten Lebensmonaten spürt jedes Kind aber, dass Mama und Papa ihm gegenüber nicht immer positiv gestimmt sind. Beispiele hierzu reichen von einer ungewollten Schwangerschaft über ein Meckern, weil dem Kind etwas heruntergefallen ist, bis hin zu geschlagenen Kindern.
Ein Kind möchte trotzdem von den Eltern geliebt und versorgt werden. Um eine gewisse Sicherheit für diese Liebe zu gewährleisten, versucht es sich Anerkennung zu verdienen. Es versucht so zu sein, wie es glaubt, die Eltern wünschen es sich so. Das ist die Geburtsstunde für Leistungsdruck und das nicht entspannt so sein, wie das Kind vom eigenen Wesen her ist. Glaubenssätze entstehen, die dich im Erwachsenenalter unter selbst gemachten Leistungsdruck setzen. Hier ein paar Beispiele:

  • Alleine kann ich nicht überleben.
  • Wenn ich tue, was andere von mir wollen, darf ich bleiben.
  • Die Bedürfnisse anderer Menschen sind wichtiger als meine eigenen.
  • Nicht kleckern, sondern klotzen.

Entwarnung für alle Eltern

„Eure Kinder sind nicht eure Kinder“ schreibt Khalil Gibran in „Von den Kindern“. Biologisch natürlich schon. Er meint damit die Spiritualität, also Geistigkeit, jedes Lebewesens. Durch das Naturgesetz „Energie ist wandelbar, nicht zerstörbar.“ wird deutlich, dass das Wesen eines Kindes „irgendwo herkommt“ und nicht bei der Zeugung entsteht. Psychische Spannungen, die sich als aktuelle Lebensthemen zeigen, sind also schon vorhanden. Sie werden von den Eltern dadurch aufgeladen, dass sie ihren Kindern nicht jeden Wunsch erfüllen oder ihnen gegenüber auch negativ gestimmt sind. Passend zum eigenen geistigen Lebensweg wird ein Kind in genau die Familie und Lebensumstände geboren, die ihm Spannungen für das weitere Leben beschert. Alles was existiert hat zwei Pole. Und diese beiden Pole wollen sich aufgrund ihres Ungleichgewichts ausgleichen. Dein Kind würde sich also nicht sehnsüchtig bewegen, um sein eigenen Heil zu finden, wenn es immer alles hätte.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Du Dein Kind jetzt in eine Richtung er-ziehen sollst, die überhaupt nicht seinem Wesen entspricht. Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Lass Dein Kind auf seinem eigenen Lebensweg gehen. Vielleicht hat es kein Interesse Professor zu werden oder in Deine Fußstapfen zu treten. Das ist vielleicht ein Problem für Dich. Aber kein Grund es zu seinem zu machen.

Körperliches Überleben

In unserer Gesellschaft ist die Mehrzahl der Menschen darauf gerichtet körperlich zu überleben. Sprüche wie „Arbeiten um zu leben.“ zeugen davon. Denn auch trotz der scheinbar besseren Alternative zu „Lebe um zu arbeiten“, wird auch hier Arbeit und Leben getrennt. Die eigene Geistigkeit und darauf basierend die eigenen Bedürfnisse werden aufgrund der eigenen Glaubenssätze vielleicht (noch) nicht wahrgenommen. Das Folgen der eigenen inneren Stimme, also der eigenen Berufung, überhaupt nicht vorstellbar. „Ich kann ja nicht machen, was ich will, weil ich Geld verdienen muss.“ war auch jahrelang mein Antrieb.
Viele Menschen spüren dabei enormen Leistungsdruck und meinen, dieser kommt von Außen. Aber gerade durch Glaubenssätze wie diesen und Angst vor Veränderung kannst Du erkennen, dass der Zwang von Innen kommt. Durch die bewusste Wahrnehmung Deiner Glaubenssätze kannst du Veränderung anbahnen.

Jeder ist ersetzbar – oder etwa nicht?

Die häufig erwähnte Ersetzbarkeit eines Menschen schürt Angst: „Wenn Du das nicht machst oder schaffst, bekommt ein anderer eine Chance.“ oder „Mit Deinem Lebenslauf will Dich niemand.“ sind nur zwei Beispiele. Diese Angst ist allerdings nur so lange notwendig, bis Du erkennst, dass Du in einem Job ersetzbar bist, Du mit Deiner Einzigartigkeit im Leben allerdings nicht. In einem Job gibt es Stellenprofile, die beschreiben, was Du zu tun hast und tun darfst und welche Anforderungen an Dich gestellt werden. Auf was Du dich also verstellen musst, um den Job auszufüllen. Erkennst Du, dass das Leben auf Naturgesetzen beruht und Du selbst alles aus der Natur ableiten kannst, wirst Du lernen, dass nichts und Niemand überflüssig ist. Jeder Mensch hat Talente und Fähigkeiten. Jeder Mensch ist einzigartig. Arbeit und Leben muss nicht getrennt werden. Du kannst Schritt für Schritt Deiner Berufung folgen und machen was Dich erfüllt und begeistert und verdienst damit Deinen Lebensunterhalt.
Warum Schritt für Schritt? Leben ist Weiterentwicklung, nicht Zielerreichung. Du willst ja auch nicht schnellstmöglich am Ende Deines Lebens sein, oder? Diese Weiterentwicklung und das Folgen deiner inneren Stimme zur Berufung ist ein Weg.

Gelebte Einzigartigkeit – Entfaltung Deines Wesens

Je nachdem, wo Du aktuell in Deinem Leben gehst, schaust Du mehr nach Außen und versuchst von dort Anerkennung und Wohlbefinden zu erfahren. Oder Du erkennst Dein Innenleben als Deine Natur. Du erkennst Dich selbst an, erkennst und handelst nach Deinen eigenen Gefühlen und Bedürfnissen.
Häufig vollzieht sich im Laufe des Lebens ein Wandel von rein körperlichen Bedürfnissen zu sich selbst verwirklichenden und entfaltenden Bedürfnissen.

Leistungsdruck in Partnerschaften, beim Sex oder in der Schule

Genauso wie die berufliche Situation, können alle Lebensbereiche zu den eher mechanisch funktionierenden oder zu geistig entfaltenden und erfüllenden Momenten Deines Lebens beitragen:

  • Partnerschaften oder unausgesprochene Trennungen, um nicht alleine zu sein,
  • angespannter Sex mit stumpfem Blick auf „Abbumsen“, jemanden befriedigen müssen und Orgasmus oder
  • Kalorienzählen und genussloses Essen

lassen Spannung und Deine Sehnsucht nach mehr Erfüllung im Leben wachsen. Wende den Blick nach Innen auf Deine Glaubenssätze und Gefühle und Du kannst neue Welten erleben.
Nutze die Spannung des Leistungsdrucks als Dein Antrieb.